flache Hierarchien und Teams – der normale Wahnsinn. Ein paar Gedanken:

Ich hatte soeben ein Gespräch über die Organisation von flachen Hierarchien und die Bildung und Verantwortung innerhalb von Teams.

Ich war, zugegebenermaßen, einigermaßen erstaunt: Warum?

Nun, als jemand dessen Aufgabe u.a. die Optimierung der Ablauf- und Aufbauorganisation ist weiß ich natürlich  das die optimale Führungsspanne bei 8 – 10 direkt unterstellten Mitarbeitern ist. Das durch die Delegation von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten usw. die Hierarchien schon optimal sind oder optimal gestaltet werden müssen. Es erstaunt mich immer wieder was man so in Gesprächen, Annoncen usw. liest.

Interessant wird es dann wenn man sich so eine flache Hierarchie mal ansieht. Es ist gelegentlich folgendermaßen: Der Vorgesetzte des Vorgesetzten übergibt dann eine bestimmte Verantwortung an den direkt Vorgesetzten. Dieser weist den Mitarbeiter dann seine Arbeit zu. Nun sieht der Vorgesetzte des Vorgesetzten mal den Mitarbeiter und erteilt ihm direkt ne Anweisung. Hmmm, Durchregieren nennt man das, die flache Hierarchie ist außer Kraft. Derjenige Mitarbeiter den das trifft, der ist dann einer doppelten Unterstellung ausgeliefert. Von flachen Hierarchien ist dann recht wenig zu spüren.

Abschließend zum Thema: flache Hierarchien: Es ist überflüssig das zu erwähnen wenn die Verantwortlichkeiten KLAR geregelt sind und die Grundprinzipien der Ablauf- und Aufbauorganisation angewendet wurden. Anderenfalls gilt es dies zu tun. Das sollte aber kein Unternehmen Öffentlich machen und schon gar nicht in Annoncen oder Einstellungsgesprächen erwähnen.

Gleiches gilt beim Thema TEAM:

Lächeln musste ich bei folgender Definition des Begriffs TEAM:

Toll

Ein

Anderer

Machts

zugegeben, auch ne Möglichkeit. Und so ganz falsch ist das ja nicht wenn man im Projektmanagement den Projektmanager als “primus inter pares” sieht und die Organisationsform so gewählt ist. Wenn der Projektmanager folglich ohne Weisungs- und Disziplinarrecht ist. Hmmm das passiert aber sehr selten.

Ich komme aber zurück zum Begriff Team.

Dazu Prof. Malik:

“Die Cockpit Besatzung eines Flugzeugs ist nicht in erster Linie ein Team. In erster Linie ist die Besatzung ein Netzwerk von Aufgaben die jeder zur richtigen Zeit, in der richtigen Weise zu erfüllen hat”

Richtig Herr Prof. Malik! Im Endeffekt hat jeder, im Rahmen seiner Tätigkeit, Handlungsverantwortung. Er ist für die sachgerechte Erfüllung seiner Aufgabe auch selbst verantwortlich. Nach gültiger Rechtsprechung muss sich jeder darauf verlassen können, das die Arbeit in sachgerechter Qualität erfüllt wird und wurde.

Also, was soll das mit der “Teamfähigkeit?  Es liegt an den Führungskräften die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen zusammen zu führen. Mir suggeriert dieser Begriff in Annoncen oder Gesprächen eher ein gewisses Unbehagen in Bezug auf die Führungskraft.

Sicher ist Teamfähigkeit (in Sinne des klar kommens mit den Kollegen) wichtig. Das allerdings weiß man erst wenn man die Kollegen auch kennen lernt.

Aber: so Begriffe wie aus der Teambildung: norming, forming, storming, performing..klingen halt sehr gut.

Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, kollegialer Umgang usw in Einstellungsgesprächen, an Hand von Checklisten usw rausfinden zu wollen ist recht mutig. Wer Einstellungsgespräche geführt hat, weiß wovon ich rede.

Abschließend zum Thema Teamfähigkeit:   Die objektive Einschätzung der Teamfähigkeit ist gar nicht möglich. Teamfähigkeit zählte dann zu den Softskills. Diese kann man nicht objektiv einschätzen weil hinter jeder Einschätzung auch die eigene Persönlichkeit durch die subjektive Wahrnehmung steckt. (vgl hierzu: “Die Illusion der Objektivität”)

Für Fragen, Anregungen usw. können Sie mich – wie immer – gern per Mail kontaktieren: management-referent@t-online.de

Ihr Silvio Tederahn