Neue Entwicklungen zum Thema Führung und Leitung

Ein Einstieg – Führung

unsere deutsche Mentalität, das Bedürfnis nach Ordnung und klaren Verhältnissen hat uns in den letzten Jahrzehnten dazu verleitet alles klar zu regeln. Sei es die hierarchische Gestaltung oder auch Abbildung von Unternehmen und Organisationen oder eben auch die klare Zuweisung von Weisungsrechten, Aufgaben usw.

Es war übersichtlich, eben deutsch!

Was haben wir vergessen?

Kennen Sie diesen Herrn?

Henry Ford

Richtig! Das ist Henry Ford. Kennen Sie auch das Zitat: „Ich mache niemals Dinge selbst die andere viel besser erledigen können“?

Mit diesem Zitat kann man schon ein Führungsprinzip beschreiben das in der heutigen Zeit, der immer kleiner werdenden Arbeitseinheiten,  Anwendung findet:

Die Delegation! Teams mit Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung ausstatten, und (weitgehend) laufen lassen.

Führung wird also wieder das was sie eigentlich bedeutet: Als Führungskraft ist es eben Ihre Aufgabe die richtigen Personen mit den richtigen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten auszustatten.

Dezentralisierung ist das worauf es hinausläuft.

Hier kommt den Netzwerken eine immer wichtigere Rolle zu. Netzwerke? Was sind Netzwerke? Was meine ich?

Sicher fällt Ihnen so etwas ein wie Facebook, Google, Twitter. Sind das die Netzwerke die hier gemeint sind?

NEIN!

Sehen Sie eine Einheit aus mindestens 2 Arbeitsgruppen einmal als Beispiel. Dann sind die 2 Arbeitseinheiten eben genau 2 Netzwerke. 2 Netzwerke die Informationen tragen und neu gewinnen. Die handelnden Personen sind austauschbar. Die Netzwerke aber bleiben bestehen solange die Arbeitsgruppen mit ihren Aufgaben bestehen bleiben.

In diesen 2 Arbeitsgruppen bleiben die Informationen, Erkenntnisse, Erfahrungen bestehen. Und fürs Management können diese destilliert werden – auf das wirklich Notwendige.

Der Vorteil hier ist eben auch darin zu sehen, wenn Sie den Netzwerken weitgehend freie Hand lassen, dass sich Innovationen usw. recht frei entwickeln können. Sie werden staunen wozu Mitarbeiter fähig sind! Vorausgesetzt Ihnen als Führungskraft gelingt es die Mitarbeiter zu motivieren.

Auch diese Erkenntnis ist nicht neu!

Jack Welch

Jack Welch: „Mein Job ist weniger die Kontrolle als vielmehr die Ermutigung und die Übergabe von Macht an Leute mit Träumen und Visionen.“

Für Sie als Führungskraft bedeutet dies nun eben annähernd das was im „Harzburger Modell“ bereits beschrieben ist:

Man könnte fast meinen es geht hier „back 2 basics“ . Ganz so einfach ist es nicht! Warum? Wir leben heute in einer multipolaren Welt was die Märkte angeht, was die Standorte betrifft. Ja, ich möchte das ganze auch noch um den Faktor Human Ressources erweitern. Unterschiedliche Kulturen sehen auch Führungskräfte mit deren Aufgaben etwas dezidierter. Das allerdings ist Führungswissen, interkulturelle Fähigkeiten die ich hier nicht weiter beleuchten möchte. Sollten Sie diesbezüglich Fragen haben, freue ich mich auf eine Mail von Ihnen!

……und die Leitung?

Wie leite ich nun diese Netzwerke? Wie baue ich eine übersichtliche Organisationsstruktur auf die es mir ermöglicht meinen Leitungsaufgaben nachzukommen?

Das ist nicht wirklich kompliziert!

Sie behandeln die Netzwerke schlicht wie Sparten. Bei Ihnen laufen die Ergebnisse ein, man wird an Sie herantreten wenns notwendig ist. Intelligent gemacht – Sie sind vor Ort wenn man sie braucht.

Autonome Arbeitseinheiten, Ihre Mitarbeiter werden s Ihnen danken, wollen eben autonom sein – und dennoch (Sie!!!) einen Ansprechpartner haben. Zusätzlich haben Sie Ihre Aufgaben im Rahmen der strategischen Zielerreichung.

Die Gefahr:

Netzwerke entwickeln eben auch ein Eigenleben! Das kann gut sein solange es das strategische Unternehmensziel unterstützt! Das kann auch negativ sein wenn es das strategische Unternehmensziel konterkariert.

Ihr Augenmerk muss daher sein die Netzwerke in die richtige Richtung zu begleiten. „Folgen Sie mir auf meinen Weg“ Sie erinnern sich?

Zusammenfassung:

Der Trend geht in Richtung Dezentralisierung! Netzwerke geben den Mitarbeitern die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen und sich so zum einen mit dem Unternehmen besser zu identifizieren, zum anderen setzen sie Innovationskraft frei. All dies ist wichtig für die Mitarbeiterbindung.

Die Gefahr dieses Trends ist ein mögliches Abweichen vom strategischen Unternehmensziel. Eine weitere Gefahr ist eine mögliche Unübersichtlichkeit für Sie als Führungskraft.

Ihre Aufgaben als Führungskraft werden sich also verändern!

Seien Sie offen für Veränderung, nehme Sie Ihre unterstellten Mitarbeiter mit! Gehen Sie die Wege gemeinsam! Eine Selbstverständlichkeit? Ja! Die Erfahrung zeigt aber eines: Immer da wo ich Verantwortung habe fällt es schwer zu delegieren und Verantwortung abzugeben.

Verständlich!

Meine persönliche Einschätzung dieses Trends:

In Anbetracht zunehmender Demokratisierung, sich verändernder Märkte wird dieser Trend ne Weile erhalten bleiben. Es ist daher notwendig sich darauf einzulassen. Die interne Fokus richtet sich mehr nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter. Dies begründet sich auch mit dem demographischen Faktor. Es wird immer wichtiger, gute und selbstständig arbeitende Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Dafür ist eine persönliche Authentifizierung mit dem Unternehmen die wichtigste Voraussetzung. Der Trend geht in die richtige Richtung!

Und wie immer freue ich mich auf Rückmeldungen, Anregungen, Fragen gern auch per Mail an:

management-referent@t-online.de

Ihr Silvio Tederahn